Der Fotokünstler Erasmus Schröter stellt sein Werk vor
Der Leipziger Fotokünstler Erasmus Schröter zu Gast auf dem Landgut im Sommer 2010: Schröter hielt für die Mitglieder und Gäste von kunst3 einen spannenden Vortrag über seine Werksentwicklung seit den achtziger Jahren.
Vor dem Mauerfall hatte er zunächst noch in Leipzig unter Druck von DDR-Beobachtern arbeiten müssen, dann war er ab 1985 unterwegs in Westeuropa und kehrte nach der Wende 1997 schließlich wieder nach Leipzig zurück.
Vier Jahre vor dem Mauerfall war es Schröter gelungen, nach Hamburg ziehen zu können. Von dort aus ging er mit seinem Beleuchter-Team und der Plattenkamera auf die Suche nach Motiven. Besonders faszinieren ihn hierbei verborgene Zeugnisse der deutschen Vergangenheit: Verfallenes, das eher am Rand existiert und womöglich bald verschwinden wird. Die spezielle Art, wie er solche geschichtlichen Randnotizen entdeckt und aufnimmt, lassen sie in einem völlig neuen Licht erscheinen. So wurde Erasmus Schröter in den 90-er Jahren mit einer Serie von Bunkerruinen an der Atlantikküste bekannt, die im Laufe der Zeit im Strandsand versinken und vom Meer verschlungen werden. Seine romantisch beleuchteten Inszenierungen dieser architektonischen Kriegsrelikte erzählen von Ungeheuerlichkeiten, die in der Erinnerung verklärt werden.
Sein Vortrag regte beim anschließenden ländlichen Abendessen im Garten zu interessanten Gesprächen über die deutsche Geschichte in den zurückliegenden 70 Jahren an. Stifter und Gäste waren von der vielschichtigen Qualität des fotografischen Werkes von Erasmus Schröter nachhaltig beeindruckt.
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Erasmus Schröter: „Bunker WB LVII (57)“ und „Bunker WB LXI (61)“

